info@venvie.de +49 (030) 375 92 11-0

Abgabe der Steuererklärung verpasst?

Vor 3 jahren 0

Alle Jahre wieder ist der 31. Mai eines Jahres der Stichtag, an dem Sie Ihre Steuererklärung für das Vorjahr abgeben müssen. Der ist nun vorbei, und Sie haben nicht nur die Frist versäumt, sondern auch die Antragstellung auf Fristverlängerung? Und Sie fragen sich nun, wie wird das Finanzamt reagieren und was sind die Folgen?

Wenn Sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind

Wenn Sie zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet sind, dann haben Sie die ersten fünf Monate des nachfolgenden Jahres Zeit, um Ihre Steuererklärung zu erstellen. Regelmäßig ist der Abgabetermin der 31. Mai des Folgejahres. Fällt der 31. Mai auf einen Sonn- oder Feiertag, dann können Sie Ihre Steuererklärung am darauffolgenden Werktag beim Finanzamt einreichen. Meist passiert auch nichts, wenn Sie Ihre Steuererklärung einige Tage oder eine Woche später übermitteln. Danach müssen Sie jedoch mit Sanktionen seitens des Finanzamtes rechnen. Sie haben auch die Möglichkeit, eine Fristverlängerung für die Abgabe der Steuererklärung zu beantragen. Die Frist für den Verlängerungsantrag endet ebenfalls am 31. Mai. Einen gesetzlichen Anspruch auf Verlängerung der Frist haben Sie allerdings nicht. Das liegt allein im Ermessen der zuständigen Finanzbehörde, die eine Fristverlängerung ablehnen, eine sehr kurze Frist anberaumen oder auch eine längere Bearbeitungszeit gewähren kann. Voraussetzung ist, dass Sie Ihren Antrag auf Fristverlängerung sachlich begründen.

Wenn Sie Ihre Steuererklärung freiwillig abgeben

Geben Sie freiwillig Ihre Steuererklärung ab, dann haben Sie insgesamt vier Jahre Zeit für die Bearbeitung. Diese Frist ist allerdings rechtlich bindend. Trifft Ihre freiwillige Steuererklärung zu einem späteren Zeitpunkt beim Finanzamt ein, wird sie nicht mehr bearbeitet. Ihre Arbeit war dann nicht nur umsonst, Sie haben auch keine Chance mehr, eventuell zu viel gezahltes Geld rückerstattet zu bekommen. Aus welchem Grund auch immer gibt es nach Auffassung des Bundesfinanzhofes keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand. Das bedeutet, dass zum Beispiel Ihre Steuerunterlagen für das Jahr 2012 bis spätestens 31. Dezember 2016, 24 Uhr, dem zuständigen Finanzamt vorliegen müssen.

Verspätungszuschlag: Wenn die Steuererklärung zu spät abgegeben wird

Sind Sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet und geben Sie diese verspätet ab, kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag erheben. „Kann“ bedeutet, dass es im Ermessen der jeweiligen Finanzbehörde steht, einen Verspätungszuschlag festzusetzen und in welcher Höhe. Die Behörde ist allerdings an Höchstgrenzen gebunden. So darf der Verspätungszuschlag zehn Prozent der festgesetzten Einkommensteuer und höchstens 25.000,00 Euro betragen. Bei der Festsetzung und Bemessung des Verspätungszuschlages sind folgende Faktoren zu berücksichtigen:

  • Der Zweck des Verspätungszuschlags, durch den der Steuerpflichtige zur rechtzeitigen Abgabe der Steuererklärung verpflichtet werden soll,
  • die Dauer der Fristüberschreitung,
  • die Höhe des Zahlungsanspruchs, der sich an der Steuerfestsetzung orientiert,
  • die aus der verspäteten Abgabe der Einkommensteuererklärung gezogenen Vorteile,
  • das Verschulden sowie die Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen.

Die Festsetzung des Verspätungszuschlages erfolgt im Rahmen eines Verwaltungsaktes, also immer in Verbindung mit dem Steuerbescheid, dem Steuermessbescheid oder mit einem anderen Grundlagenbescheid. Der Verspätungszuschlag kann auch erhoben werden, wenn die Steueranmeldung, die Umsatzsteuervoranmeldung, die Kapitalertragssteueranmeldung oder die Lohnsteueranmeldung verspätet gemeldet werden. Haben sie die Frist für die Steueranmeldung überzogen, wird der Verspätungszuschlag getrennt und unabhängig vom Verwaltungsakt festgesetzt. Ohne Billigkeitsregel wird der Verspätungszuschlag kraft Gesetzes nach § 152 AO (Abgabenordnung) automatisch erhoben, der als steuerliche Nebenleistung charakterisiert wird.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Finanzbehörde von der Erhebung eines Verspätungszuschlages Abstand nehmen. Dazu bedarf es eines entschuldbaren Ereignisses. Das bedeutet, dass Sie nachweisen müssen, dass Sie zum Beispiel gesundheitlich schwer beeinträchtigt waren oder dass relevante Belege fehlen. Außerdem können Sie gegen einen Verspätungszuschlag Einspruch erheben oder die Aussetzung der Vollziehung beantragen. Diesbezüglich gilt eine Widerspruchsfrist von einem Monat nach Bekanntgabe.

Schreibe einen Kommentar

Richtig sparen!
Ermitteln Sie Ihre detaillierte Kostenersparnis direkt online mit unserem Kostenrechner! Kostenlos, sicher und unverbindlich.

Archiv