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Absicherung der Arbeitskraft: Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Vor 3 jahren 0

Nicht jeder hat die Möglichkeit, seine Arbeitskraft durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) abzusichern. Das gilt für Menschen mit Vorerkrankungen, chronischen Erkrankungen oder mit psychischen Problemen, denen der Zugang zu einer BU-Versicherung auch aufgrund einer strengeren Gesundheitsprüfung verwehrt wird. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Berufen, die mit körperlicher Aktivität und mit Risiken verbunden sind, deren Versicherungsbeiträge deshalb sehr hoch angesetzt sind, sodass Interessenten aus Kostengründen von einer BU-Absicherung Abstand nehmen. Gibt es Alternativen und wenn ja, welche?

1. Die Unfallversicherung

Eine Alternative zur BU-Versicherung ist die Unfallversicherung, die nach einem Unfall regelmäßig einen Einmalbetrag unter der Voraussetzung zahlt, dass als Folge eines Unfalls dauerhafte Gesundheitsschäden zurückbleiben. Vorteil der Unfallversicherung ist, dass sie wesentlich preisgünstiger ist als eine BU-Versicherung und auch Kunden offensteht, die beruflich aufgrund von körperlicher Beanspruchung oder privat aufgrund einer risikoreicheren Sportart höheren Risiken ausgesetzt sind. Das gilt auch für chronisch kranke Menschen sowie für solche mit Vorerkrankungen. Die genannten Faktoren führen nicht zu einem Ausschluss aus der Unfallversicherung, können jedoch höhere Prämien bedingen.

Nachteil der Unfallversicherung ist, dass der Versicherungsschutz auf eine Einmalzahlung begrenzt ist, die den Eintritt der Berufsunfähigkeit nur zu einem sehr kleinen Teil abfedern kann. Nur ausnahmsweise zahlt die Versicherung eine Unfallrente, nämlich dann, wenn der Versicherte nach einem Unfall einen Invaliditätsgrad von 50 Prozent und mehr aufweist. Die Unfallversicherung ist außerdem auf Unfälle begrenzt, sodass im Falle einer psychischen Erkrankungen oder eines Burnouts keine Leistungspflicht ausgelöst wird.

2. Die Schwere-Krankheiten-Versicherung

Eine Schwere-Krankheit-Versicherung wird meist unter dem Namen „Dread-Disease-Versicherung angeboten, mit der bestimmte schwere Krankheiten versichert werden können, die in einem Krankheitenkatalog gelistet sind. Sinn macht die Dread-Disease-Versicherung vor allem dann, wenn eine entsprechende familiäre Disposition für die eine oder andere Krankheit vorliegt. Der Vorteil der Dread-Disease-Versicherung ist, dass hier diejenigen unterkommen, die bei einer BU-Versicherung abgelehnt worden sind. Die Gesundheitsanforderungen sind nicht so hoch und sie zahlt auch dann, wenn der Versicherungsnehmer durch die Erkrankung nicht berufsunfähig ist. Die Zahl der Anbieter ist allerdings gering. Es ist außerdem wichtig, sich vorab den Krankheitenkatalog genau anzusehen, da bei manchen Erkrankungen wie zum Beispiel Alzheimer die Versicherungssumme erst in einem späten Stadium ausgezahlt wird.

3. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung orientiert sich bezüglich ihrer Rahmenbedingungen an den Vorgaben der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente. Voraussetzung für den Eintritt des Versicherungsfalls ist, dass ein Arbeitnehmer nicht mehr als drei Stunden am Tag arbeiten kann. Vor diesem Hintergrund ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung vor allem für diejenigen interessant, die selbstständig sind und deshalb keinen Anspruch auf eine vom Staat gezahlte Erwerbsminderungsrente haben. Nicht von Vorteil ist, dass viele Erwerbsunfähigkeitsversicherungen eine sogenannte Verweisklausel enthalten, nach der der Versicherungsgeber von einem Arbeitnehmer, der seine ursprüngliche Tätigkeit nicht mehr ausüben kann, verlangen kann, dass dieser einen anderen, nicht seiner Qualifikation oder seiner bisherigen Tätigkeit entsprechenden Job ausübt. Deshalb ist es ratsam, nur solche Verträge abzuschließen, die diese Verweisklausel nicht enthalten.

4. Die Grundfähigkeitsversicherung

Eine weitere Alternative zur BU-Versicherung ist die Grundfähigkeitsversicherung, deren Versicherungsschutz sich auf die Grundfähigkeiten Sehen, Hören, Sprechen und Greifen erstreckt. Wichtig ist der Schutz dieser Grundfähigkeiten vor allem für diejenigen, die aus beruflichen Gründen zum Beispiel den Verlust ihrer Stimme, ihres Augenlichts oder ihres Gehörs absichern möchten, zu denen unter anderem Musiker, Dirigenten, Ausbilder, Trainer und viele andere kreativen Berufe gehören. Voraussetzung für die Leistung der Versicherung ist der völlige Verlust mindestens einer der Grundfähigkeiten.

5. Die Funktionsinvaliditätsversicherung

Mit der Einführung der Funktionsinvaliditätsversicherung reagieren die Versicherer auf die Nachfrage der Kunden, die auf der Suche nach Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung sind. Die im Rahmen der Funktionsinvaliditätsversicherung gewährten Leistungen werden zu individuellen Versicherungspaketen geschnürt, die Bausteine aus allen bereits genannten Versicherungsarten enthalten können. Allerdings gibt es auch hier Einschränkungen, da die genannten Nachteile der jeweiligen Ursprungsversicherungen bestehen bleiben. Darüber hinaus sind längst nicht alle Risiken abgedeckt, und die bisherige Krankheitsgeschichte unterliegt einer strengen Prüfung.

Es ist kein zufriedenstellendes Ergebnis, dennoch ist festzuhalten, dass es bis heute keine wirkliche Alternative und damit keinen gleichwertigen Ersatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung gibt.

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