info@venvie.de +49 (030) 375 92 11-0

Das sind die neuen Pläne der Bundesregierung: Millionen Arbeitnehmer sollen höhere Sozialabgaben zahlen

Vor 4 jahren 0

Jetzt ist es amtlich: Arbeitnehmer müssen ab 2016 tiefer in die Tasche greifen. Das gilt vor allem für Gutverdiener, die in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung versichert sind. Die anfallenden Mehrkosten sind beträchtlich, nämlich bis zu 370 Euro pro Jahr!

Neue Rechengrößen in der Sozialversicherung: Die Beitragsbemessungsgrenzen steigen

Pünktlich zum Jahreswechsel werden die Bundesbürger mit einem besonderen Weihnachtsgeschenk aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) bedacht. Es ist die Mitteilung über die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherungsbeiträge. Das bedeutet, dass viele Bürger mit höheren Abgaben belastet werden. In Zahlen ausgedrückt steigt die Gehaltsgrenze, bis zu der Abgaben fällig sind, in der Renten- und Arbeitslosenversicherung im Westen voraussichtlich um 150 Euro, während die Beitragsbemessungsgrenzen im Osten um 200 Euro angehoben werden. Nicht anders sieht es in der Kranken- und Pflegeversicherung aus, bei der die Beitragsbemessungsgrenze im Jahr 2016 um 112,50 Euro nach oben gehen wird.

Es trifft die Gutverdiener: Bis zu 370 Euro Mehrkosten im Jahr

Dieses Mal langt der Staat kräftig zu: Wer im Westen ein monatliches Bruttoeinkommen von 6.200 Euro und mehr hat, muss als Arbeitnehmer maximal rund 313 Euro mehr für die Sozialversicherungsbeiträge berappen. Liegt im Osten das monatliche Bruttoeinkommen bei 5.400 Euro und mehr, liegt die Mehrbelastung bei rund 370 Euro im Jahr. Zahlen zu diesen gesetzlichen Neuerungen sind bereits auf den Webseiten des BMAS und in den Medien veröffentlicht worden, wobei darauf hingewiesen wird, dass diese noch nicht rechtsverbindlich sind.

Grund sind gestiegene Löhne und Gehälter im Jahr 2014

Grund und Ausgangsbasis für das Anheben der Beitragsbemessungsgrenzen der Sozialversicherungsbeiträge im Jahr 2016 sind die Löhne und Gehälter, die im Jahr 2014 bundesweit um 2,66 Prozent angestiegen sind. Diese Entwicklung fließt in die Berechnung der Beitragsbemessungsgrenzen für die gesetzliche Rentenversicherung, die Arbeitslosenversicherung sowie für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung mit ein. Bislang wurden die neuen Zahlen, die das BMAS jedes Jahr nach gesetzlichen Vorgaben ermittelt, lediglich vom Bundestag abgesegnet. Doch die erforderliche Zustimmung des Bundesrates ist reine Formsache.

Folgen für den Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung

Angesichts dieser Entwicklung wird ein Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung schwieriger. Nach Einschätzung des BMAS wird das 2016 erst ab einem monatlichen Bruttoeinkommen von 4.687,50 Euro möglich sein, während im Jahr 2015 noch ein Bruttogehalt von 4.575 Euro für einen Wechsel ausreichte. Keine Relevanz hat dieser Sachverhalt für Selbständige, die weiterhin unabhängig vom Gehalt zwischen der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung wählen können.

Das ist noch nicht alles!

Es gibt zwei weitere Aspekte, die diesem Sachverhalt noch weitere Würze verleihen dürften. Beides ist möglich, sowohl eine Verteuerung als auch eine Reduzierung der Kosten: Möglicherweise wird der Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung sinken. Grund ist, dass die Alterssicherung eine sehr hohe Nachhaltigkeitsrücklage verbucht. Andererseits ist es möglich, dass die Zusatzbeiträge in der Krankenversicherung erhöht werden, die von den Arbeitnehmern allein getragen werden. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) rechnet damit, dass alle Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge bereits Anfang 2016 anheben werden und auch müssen, und zwar um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte.

Zur Erinnerung: In Pressemitteilung Nr. 7 vom 4. März 2015 hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) der Öffentlichkeit mitgeteilt, dass sich die Finanzreserven der gesetzlichen Krankenversicherung zum Jahreswechsel 2014/2015 auf eine Summe von rund 28 Milliarden Euro addieren. Diese sind um mehr als eine Milliarde Euro reduziert, da die gesetzlichen Krankenkassen 2014 durch freiwillige Leistungen und Prämienzahlungen mehr als eine Milliarde Euro an die Versicherten zurückgeführt haben. Nach Angaben des BMG verfügen die gesetzlichen Krankenkassen aktuell über Finanzreserven von rund 15,5 Milliarden Euro und über eine Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds in Höhe von 12,5 Milliarden Euro.

Entschieden ist bezüglich der Erhöhung der Zusatzbeiträge noch nichts, es wird noch diskutiert. Man darf auf die Entscheidung und auf die Argumentation gespannt sein. Aber möglicherweise befindet sich ganz Deutschland in einem hypnotischen Schlaf, sodass es auch diesbezüglich keinen nennenswerten Widerstand geben wird, denn Deutschland ist ein reiches Land, und „wir schaffen das“!

Schreibe einen Kommentar

Richtig sparen!
Ermitteln Sie Ihre detaillierte Kostenersparnis direkt online mit unserem Kostenrechner! Kostenlos, sicher und unverbindlich.

Archiv