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Buon Appetito! Bewirtungskosten richtig absetzen

Vor 3 jahren 0

Nicht selten ein teurer Spaß: Wer Geschäftspartner einlädt, investiert gerne etwas mehr, bleibt aber ungern auf den Bewirtungskosten sitzen. Fürstlich speisen und zugleich Steuern sparen? Lesen Sie, wie Sie Geschäftliches und Privates angenehm verbinden und welche Regeln Sie dabei beachten müssen, damit sich das Finanzamt an den Kosten beteiligt.

Bewirtungskosten: Wann sind sie angemessen?

Was fällt unter Bewirtung? Speisen, Getränke und Genussmittel stehen im Vordergrund, daneben finden auch Trinkgelder oder Garderobengebühren Berücksichtigung. Zum Meeting servierte Kekse gehören allerdings nicht dazu, sondern gehören zu den voll steuerlich absetzbaren Betriebskosten. Generell gilt: Bewirtungskosten müssen – nach § 4 Abs. 5, Satz 2 Einkommensteuergesetz (EStG) – betrieblich veranlasst und in ihrer Höhe angemessen sein. Das EStG definiert auch die Anforderungen an den Bewirtungsbeleg. Draufstehen muss neben Ort, Datum und Teilnehmern auch der Anlass der Bewirtung. Wann sind Bewirtungskosten angemessen? Wenn sie dem entsprechen, was in der Branche und bei Unternehmen ähnlicher Größe üblich ist und die Kosten im vernünftigen Verhältnis zum voraussichtlichen Geschäftserfolg stehen. Sie führen als Arbeitnehmer Untergebene im Auftrag Ihrer Firma zum Essen aus? Dann muss Ihr Arbeitgeber die Ausgaben erstatten. Tut er dies nicht, können Sie diese zu 70 % bei der Einkommensteuererklärung geltend machen.

Bewirtungsbeleg: Das muss draufstehen

Sprechen Sie Ihre Bedienung auf den Bewirtungsbeleg an. Die Restaurantquittung, maschinell per Registrierkasse beschriftet, muss folgende Informationen ausweisen: Ort der Veranstaltung, Datum, Anzahl der Teilnehmer, Grund und Kosten der Bewirtung sowie die Unterschrift des Gastgebers. Achtung: Ein Rechnungsbetrag über 150 Euro brutto muss nicht nur den Firmennamen inklusive Anschrift, sondern auch eine Liste der verzehrten Speisen enthalten. Haben Sie ein fürstliches Trinkgeld gezahlt, dann lohnt es sich, auch dieses auf dem Bewirtungsbeleg aufzuführen. Lästig ist jedoch, wenn die Restaurantquittung Informationen vermissen lässt: Als Gastgeber bleibt Ihnen dann nichts anderes übrig, als fehlende Angaben auf einem extra Schriftstück zu notieren – datiert und unterschrieben. Verweise auf Quittung und Anhang zeigen, was zusammengehört. Sie haben sogar komplett vergessen, sich einen Bewirtungsbeleg ausstellen zu lassen? Dann heißt es: Zurück ins Lokal! Hatten Sie einen Tisch auf Ihren Namen reserviert und mit (Kredit-)Karte bezahlt, stehen die Chance günstig: Per Buchungstest kann Gastronom die zugehörige Rechnung leicht ermitteln.

Gepflegt speisen: Geschäftlich oder betrieblich?

Das Finanzamt unterscheidet zwischen geschäftlichen und betrieblichen Bewirtungskosten. Geschäftlich ist alles, was der Anbahnung und Pflege von Geschäftsbeziehungen dient. Hier verbuchen Sie 70 % der Aufwendungen für Bewirtung als Betriebsausgaben, bei 100 % Vorsteuerabzug. Dagegen können betriebliche Bewirtungskosten zu 100 % als Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Beispiel: Sie veranstalten eine betriebsinterne Produktschulung mit Bewirtung als kostenlose Leistung. Weil es sich bei dieser Verköstigung nicht um zusätzlichen Arbeitslohn handelt, fallen auch bei Kosten von über 44 Euro pro Kopf weder Lohnsteuer noch Sozialabgaben an. Doch Vorsicht: Laden Sie dagegen alle Schulungsteilnehmer zum gemeinsamen Abschlussessen ein, läuft dies unter allgemeine Kundenbewirtung und ist nur zu 70 % anrechenbar. Tipp, um eine Kürzung um 30 % zu vermeiden: Weisen Sie im Voraus darauf hin, dass Bewirtungen fester Bestandteil des Leistungsangebots sind und listen Sie alle Aufwendungen auf, die Unternehmer in diesem Rahmen üblicherweise erbringen. Achtung: Wer nicht zum Betrieb gehört, darf nicht mitspeisen – auch nicht Ihre Ehefrau!

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