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Dienstwagen optimal nutzen

Vor 3 jahren 2

Welche Methoden genutzt werden können, um den Dienstwagen optimal einzusetzen, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag. Die private Nutzung eines Dienst-PKWs muss vom Arbeitnehmer versteuert werden. Diese persönliche Nutzung des Autos zu privaten Zwecken gilt als Sachzuwendung und wird „geldwerter Vorteil“ genannt. Auf diesen muss Einkommensteuer bezahlt werden.

Methoden den Dienstwagen steuerlich abzusetzen

Zwei verschiedene Methoden können beim Abrechnen der privaten Nutzung des Arbeitsfahrzeuges zur Nutzung kommen: Zum einen die 1%-Regelung, welche sich auf den Herstellerpreis der Erstzulassung des Autos bezieht. Und zum anderen das Führen eines Fahrtenbuches, wo Regeln des Finanzamtes gelten, die sich mit dem Aufschreiben der Kilometerstände befassen.

1%-Regelung

Diese Methode der steuerlichen Bezahlung von Dienstwagen schreibt vor, dass 1% des Listenpreises bei der jährlichen Steuererklärung abgesetzt werden muss. Dies bedeutet, dass der Arbeitnehmer 200 Euro monatlich versteuern muss, wenn der Dienstwagen den Wert von 20.000 Euro bei der Erstzulassung besaß. Auch Kosten für Sonderausstattungen müssen in diesen Listenpreis aufgenommen werden.

Kommen nach dem Kauf des Autos weitere Kosten, wie zum Beispiel Navigationsgeräte- oder Alarmanalagen-Einbau hinzu, erhöhen sich die versteuerungspflichtigen Kosten für den Dienstwagen und müssen dem Finanzamt gemeldet werden.

Kosten, die nicht zum geldwerten Vorteil gehören, sind die Folgenden:

  • Kauf von Ersatzreifen, wie zum Beispiel Winter- oder Sommerreifen
  • Transportkosten von der Werkstatt zum Besitzer
  • Zulassungskosten des Dienstwagens
  • Telefonkosten sind steuerfrei nach § 3 Nr. 45

Fahrten zwischen Wohnort und Arbeitsplatz

Der Bundesfinanzhof entschied, dass die ausschließliche Nutzung des Dienstwagens vom Wohnort bis zum Arbeitsplatz nicht steuerlich angerechnet werden muss. Dies sei kein Privatvergnügen, so der Bundesfinanzhof, und würde demnach nicht als private Fahrt gelten.

Bei privaten Fahrten jedoch erhöht sich der geldwerte Vorteil des Arbeitsweges pro Kilometer. Aus diesem Grund muss genau berechnet werden, ob diese Abrechnung der Nutzung des Dienstwagens die Richtige ist. Ein Tipp dazu: Testen Sie für ein Jahr beide Methoden, um genau auszurechnen, ob die 1% Regelung bei Ihrer Fahrtstrecke besser zum Tragen kommt.

Fahrtenbuch

Bei der Führung eines Fahrtenbuches zahlen Sie die tatsächlichen Kilometer jeder Fahrt und die damit zusammenhängenden Kosten. Dies bedeutet, dass hier nicht der Listenpreis als Rechnung angenommen wird, sondern die Anschaffungskosten, die der Dienstwagen verursacht hat. Auch die Umsatzsteuer muss hier eingerechnet werden.

Regeln beim Schreiben eines Fahrtenbuches

Beim Führen eines Fahrtenbuches gelten verschiedene Standards, welche beachtet werden müssen. Sie können die gefahrenen Kilometer handschriftlich oder digital einreichen. Wichtig ist, dass die Tabelle nicht manipulierbar ist. Demnach können Excel-Dateien oder lose Blattsammlungen nicht beim Finanzamt eingereicht werden.

Folgende Angaben müssen zur Aufzeichnung kommen:

  • Datum, Kilometerstand vom Anfang und Ende der Strecke
  • Reiseziel und Beschreibung und Erklärung der gefahrenen Route
  • Zweck der Fahrt und Personen zu denen gefahren wurde

Für private Fahrten müssen diese Informationen nicht aufgeführt werden. Hier gilt nur, dass gefahrene km-Angaben gemacht werden. Der Weg von Zuhause zur Arbeit kann, nach der zweiten Fahrt, als Notiz zum Eintrag kommen, somit ersparen sich viele wiederholende Beschreibungen.

Für die Erleichterung des Schreibens eines solchen Fahrtenbuches, welches viel Zeitaufwand mit sich bringt, können Apps oder elektrische Fahrtenbuchprogramme genutzt werden. Erkundigen Sie sich dazu bei Ihrem Steuerberater, welche Programme vom Finanzamt akzeptiert werden und nutzen Sie diese.

Im Jahr 2004 wurde ein Programm entwickelt, welches über eine Steckvorrichtung im Auto misst, wie viele Kilometer der Dienstwagen wohin gefahren ist. Dieses Programm kann als App mit dem Handy abgerufen und verwaltet werden. Haben Sie Fragen dazu? Dann sprechen Sie mit Ihrem Finanzberater. Er kann Ihnen mehr zu diesem Fahrtenbuchprogramm berichten.

Fazit

Zwei Methoden der steuerlichen Absetzung eines Dienstwagens wurden von uns aufgeführt. Welche der beiden Systeme für Sie der Beste ist, sollte von Ihnen getestet werden. Wenn Sie viel privat fahren, kann es sein, dass eine pauschale Versteuerung des Dienstautos günstiger ist als die Führung eines Fahrtenbuches. Ebenso ist der Aufwand, den ein Fahrtenbuch mit sich bringt, höher.

Sie können beide Varianten testen, indem Sie mit der 1%-Regelung beginnen und gleichzeitig für sich selbst ein Fahrtenbuch schreiben. Mitten im Jahr können Sie die Abrechnungsmethode nicht tauschen, jedoch nach dem Ende des Jahres. So kann optimal getestet werden, welche Methode für Sie die Geeignetere ist. Bei Fragen zum Thema kontaktieren Sie am besten Ihren Steuerberater.

2 Kommentare

  1. Rolf Schäfer

    3 Jahren ago

    Hallo, da scheint mir ein Tippfehler vorzuliegen… sie meinten vermutlich einen Firmenwagen mit Listenpreis 20.000 nicht 200.000

  2. Venvie Online Steuerkanzlei

    3 Jahren ago

    Hallo Herr Schäfer,

    danke für Ihren Kommentar. Natürlich werden wir den Zahlenfehler sofort ändern. Vielen Dank, dass Sie uns darauf aufmerksam gemacht haben.

    Wir wünschen Ihnen noch einen angenehmen Donnerstag
    Ihr Venvie-Team

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