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Berechnung der Erbschaftssteuer

Erbschaftsteuer – wann fällt sie an und wie wird sie berechnet?

Vor 2 Monaten 0

Vor kurzer Zeit haben wir über das Berliner Testament informiert. Ein wichtiges Thema ist auch die Erbschaftssteuer. Wer aufgrund eines Todesfalls etwas erbt, muss diese unter bestimmten Voraussetzungen zahlen. Ihre Höhe orientiert sich am Verwandtschaftsverhältnis zwischen dem Erblasser und dem Erben und an der Unterteilung in insgesamt drei Steuerklassen. Die Rechtsgrundlagen für die Erhebung der Erbschaftsteuer finden sich im Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG) und in der Erbschaftsteuer-Durchführungsverordnung (ErbStDV). Doch wann fällt sie an, wie wird sie berechnet und wie hoch ist sie?

 

Wer zahlt Erbschaftssteuer?

Personen, die der Einkommensteuerpflicht unterliegen, sind verpflichtet, Erbschaftsteuer zu zahlen. Eine generelle Befreiung ist gesetzlich nicht vorgesehen, wohl aber ein Erbschaftsteuer Freibetrag. Übersteigt der Erbschaftsteuer Freibetrag das Erbe, muss keine Steuer entrichtet werden. Der Freibetrag variiert zwischen 20.000 und 500.000 Euro und orientiert sich am Grad des Verwandtschaftsverhältnisses.

 

Es gibt eine Ausnahme von der generellen Erbschaftsteuerpflicht, die die Kernfamilie begünstigt. Seit 2009 ist die Vererbung einer selbst genutzten Wohnimmobilie an den Ehepartner oder Lebenspartner steuerfrei. Wird die Immobilie an Kinder vererbt, ist sie bis zu einer Größe von 200 Quadratmetern steuerfrei. Voraussetzung ist, dass die Immobilie vom Erben selbst für die Dauer von zehn Jahren bewohnt wird. Sofern der anteilige Grundstückswert 200 Quadratmeter übersteigt, muss dieser Teil versteuert werden. Wird die geerbte Immobilie innerhalb der Frist von zehn Jahren vermietet oder verkauft, entfällt die Befreiung von der Erbschaftsteuer rückwirkend. Eine Ausnahme von dieser Nachversteuerung wird dann gemacht, wenn zwingende Gründe vorliegen, zum Beispiel eine erhebliche Pflegebedürftigkeit oder der Tod des Erben.

 

Erbschaftssteuer berechnen: Unterteilung in Steuerklassen

Die Erbschaftsteuer ist eine Erbanfallsteuer. Das bedeutet, dass nicht pauschal versteuert wird, sondern dass das Erbe um einen entsprechenden Steuersatz reduziert wird. Sie wird fällig, sobald der Erbe seinen Teil des Nachlasses erhalten hat. Die Erbschaftsteuer und ihre Höhe sind abhängig von der jeweiligen Steuerklasse. Insgesamt gibt es drei Steuerklassen, die sich am Verwandtschaftsgrad orientieren:

  • Zur ersten Steuerklasse gehören Ehepartner, Lebenspartner und nahe Verwandte.
  • Der zweiten Steuerklasse werden entfernte Verwandte sowie ehemalige Ehepartner zugeordnet,
  • während der dritten Steuerklasse alle sonstigen Empfänger angehören.

 

Die Berechnung der Erbschaftsteuer ist abhängig von der jeweiligen Steuerklasse, für die unterschiedliche Steuersätze und Freibeträge gelten. Wie hoch die Erbschaftsteuer ausfällt, ist auch abhängig vom Wert des tatsächlichen Erbes. Ist der Wert des Erbes höher als der entsprechende Freibetrag, wird nur der den Freibetrag übersteigende Betrag nach dem gültigen Steuersatz der jeweiligen Steuerklasse besteuert.

 

Erbschaftssteuer: Wie hoch sind die Steuersätze in den Steuerklassen?

Wie hoch die Erbschaftsteuer ausfällt, orientiert sich an der Höhe des Erbes und an der Zuordnung zu einer Steuerklasse – hier eine Übersicht über die Steuersätze der Steuerklassen I bis III, deren Höhe vom Wert des Erbes nach Abzug des Freibetrages abhängig ist:

  • bis zu 75.000 Euro: 7 Prozent (I), 15 Prozent (II) und 30 % (III)
  • bis zu 300.000 Euro: 11 % (I), 20 % (II) und 30 % (III)
  • bis zu 600.000 Euro: 15 % (I), 25 % (II) und 30 % (III)
  • bis zu 6 Mio. Euro: 19 % (I), 30 % (II) und 30 % (III)
  • bis zu 13 Mio. Euro: 23 % (I), 35 % (II) und 50 % (III)
  • bis zu 26 Mio. Euro: 27 % (I), 40 % (II) und 50 % (III)
  • über 26 Mio. Euro: 30 % (I), 43 % (II) und 50 % (III)

 

Bei der Berechnung der Erbschaftsteuer gilt der Grundsatz: Je näher das verwandtschaftliche Verhältnis ist, umso höher fallen die Freibeträge auf die Erbschaftsteuer aus mit der Folge, dass auch die Steuersätze niedriger sind.

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