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Erholungsbeihilfe: Die steuerfreie Alternative zum Urlaubsgeld

Vor 5 Monaten 0

Mit dem Thema Reisen für Arbeitszwecke haben wir uns bereits in einem unserer früheren Beiträge auseinandergesetzt. Anders ist es beim Urlaub. Bekommt ein Arbeitnehmer überhaupt noch Urlaubsgeld, bleibt davon nach Abzug der Lohnsteuer erschreckend wenig übrig. Doch es gibt Möglichkeiten, diesem Dilemma zu entkommen, mit der Erholungsbeihilfe. Sie ist eine von vielen Gestaltungsmöglichkeiten, die Lohnnebenkosten zu reduzieren und die für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen profitabel ist. Warum das so ist und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen – lesen Sie mehr!

 

Erholungsbeihilfe – was ist das?

Die Erholungsbeihilfe ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers, die der Arbeitnehmer nicht versteuern muss. Der Arbeitgeber zahlt auf die Erholungsbeihilfe eine pauschale Steuer von 25 Prozent. Nicht zulässig ist, diese auf den Arbeitnehmer abzuwälzen. Außerdem entfallen sämtliche Sozialabgaben. Hinzugerechnet werden der Solidaritätszuschlag und, abhängig von einer Kirchenzugehörigkeit des Arbeitnehmers, die Kirchensteuer. Die Zahlung der Erholungsbeihilfe ist an Höchstgrenzen gekoppelt. Der Arbeitgeber darf einem Arbeitnehmer bis zu 156 Euro im Kalenderjahr als Erholungsbeihilfe zahlen. Hinzu kommen für den Ehegatten oder den eingetragenen Lebenspartner 104 Euro und 52 Euro pro Kind.

Hierzu ein Beispiel: Ist ein Arbeitnehmer verheiratet und hat der drei Kinder, dann sind das 156 Euro + 104 Euro + 3 x 52 Euro = 416 Euro im Jahr.

Bei den genannten Beträgen handelt es sich um Jahreshöchstbeträge, die nicht überschritten, aber unterschritten werden dürfen. Für Arbeitgeber wichtig zu wissen ist, dass die Erholungsbeihilfe zusätzlich zum Arbeitslohn gezahlt werden muss. Nicht zulässig ist das vertraglich vereinbarte Urlaubsgeld durch die Erholungsbeihilfe zu ersetzen.

 

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Die Erholungsbeihilfe und ihre Voraussetzungen

Die Erholungsbeihilfe wird nicht für jede Art der Erholung gezahlt. Stattdessen ist sie zweckgebunden und muss noch weitere Voraussetzungen erfüllen, nämlich diese:

  • Wichtigste Voraussetzung ist, dass die Erholungsbeihilfe ausschließlich für Erholungszwecke genutzt wird.
  • Sie muss deshalb in einem zeitlichen Zusammenhang zum Erholungsurlaub des Arbeitnehmers stehen. Nicht zulässig ist deshalb, über das ganze Jahr verteilt Quittungen zu sammeln, die am Jahresende eingereicht werden. Erlaubt ist hingegen, die Erholungsbeihilfe anteilig auf den Sommer- und den Winterurlaub zu verteilen.
  • Weitere Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber einen Nachweis über den Erholungsurlaub vorweisen muss. Als Nachweis reichen Quittungen aus, die zum Beispiel den Besuch eines Vergnügungsparks oder Spaßbads belegen, während für Urlaubsreisen Rechnungen des Hotels oder des Reiseveranstalters ausreichend sind.

 

Der Begriff der Erholungsmaßnahme ist gesetzlich nicht definiert. Deshalb stellt sich die Frage, welche Aktivitäten dieses Kriterium erfüllen. Dazu gehören Pauschalreisen, Tages- oder Wochenendausflüge mit öffentlichen Verkehrsmitteln einschließlich der Nutzung von Schifffahrt und Seilbahnen oder Ausflüge zu bestimmten Zielen wie Zoo, Spaßbad, Freizeitpark und Wellness-Tage. Für Arbeitnehmer wichtig zu wissen ist, dass die vom Arbeitgeber gezahlte Erholungsbeihilfe komplett für Erholungszwecke aufgebracht werden muss. Nicht zulässig ist, weniger auszugeben und den Rest zweckentfremdet zu verwenden, zum Beispiel für eine technische Anschaffung oder für Kleidung.

 

Die Erholungsbeihilfe – vorteilhaft für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Die Erholungsbeihilfe ist eine für beide Seiten – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – vorteilhafte Alternative zum Urlaubsgeld, die auch ergänzend zum Urlaubsgeld gezahlt werden kann. Der Arbeitgeber ist in seiner Entscheidung frei und muss sich nicht für eine der beiden Optionen entscheiden. Auch wenn die Erholungsbeihilfe klare Vorteile bietet, macht längst nicht jeder Arbeitgeber von ihr Gebrauch, obwohl sie neben den bereits genannten steuerlichen Vorteilen einen weiteren Nutzen bietet. Sie reduziert die unsichtbaren Lohnnebenkosten und eignet sich als Maßnahme zur Mitarbeiterbindung und als Imagepflege für ein Unternehmen.

 

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