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Kleinunternehmer Regelung

Vor 3 jahren 0

Viele Selbständige und Unternehmer fragen sich, welche Vorteile es bringen würde, sich zum Kleinunternehmen umschreiben zu lassen. Denn viele Rechnungsvorschriften und Steuerpflichten fallen bei der Kleinunternehmer Regelung weg. Doch gibt es auch Nachteile? Und wie wird ein Kleinunternehmen definiert? Ab wann fällt meine Tätigkeit darunter?
All diese Fragen sollen in unserem Venvie-Blog beantwortet werden.

Steuerfachangelegenheiten

Im letzten Monat haben wir erklärt, wie ein Dienstauto richtig von der Steuer abgesetzt werden kann und welche Methoden es dabei gibt. Darauf aufbauend wollen wir uns heute dem Thema der Kleinunternehmerregelung widmen, denn viele Selbständige, die keine großen Umsätze verzeichnen, werden sich die Frage stellen, ab wann kann ich mein Unternehmen als Kleinunternehmen eintragen lassen und lohnt es sich überhaupt?

Definition der Kleinunternehmer Regelung

Laut §19 UstG kann ein Kleinunternehmen angemeldet werden, wenn das Unternehmen oder der Selbständige im letzten Jahr keine 17.500 Euro Umsatz, inklusive umsatzsteuerlichen Lieferungen und Leistungen, überstiegen hat und diese im bestehenden Jahr geschätzt nicht über 50.000 Euro liegen. Diese Regelung soll demnach nur für Unternehmen gelten, die einen geringen Jahresumsatz nachweisen können und denen es erleichtert werden kann, Verwaltungsfachaufgaben wegfallen zu lassen.

Dabei gilt, dass alle Umsätze gemeinsam verrechnet werden. Wenn Sie also mehrere Unternehmen führen, deren letzter Jahresumsatz keine 17.500 Euro und dieses Jahr keine 50.000 Euro übersteigen wird, zählen diese jedoch zusammen. Das heißt, dass eine Person nicht gleichzeitig mehrere Kleinunternehmen führen kann.

Aufgaben, die für Kleinunternehmer entfallen

Ein Kleinunternehmer hat weniger Umsatz zu verzeichnen, weshalb für ihn gilt, weniger im Verwaltungsbereich auszuweisen. Vor allem das nicht Eintragen der Umsatzsteuer in den Rechnungen der Steuererklärung fällt weg. Dies bedeutet, dass ein Kleinunternehmer keine Mehrwertsteuer angeben muss. Dies ist eine große Erleichterung, denn für Unternehmen müssen alle Einnahmen von Lieferungen oder Leistungen mit der Umsatzsteuer angegeben werden. Diese sogenannte „Vorsteuer“ wird dabei von Ihnen vorausgezahlt und vom Endverbraucher abgenommen, somit dient sie dem Finanzamt als Vorschuss. Wenn diese Mehrwertsteuerangaben in Ihren Verwaltungsaufgaben wegfallen, wird einiges einfacher.

Aufgaben, wie das Berechnen des passenden Umsatzsteuersatzes (0%,7% oder 19%) fällt weg. Auch auf Ihren Rechnungen für Kunden müssen Sie diesen Umsatzsteuerbetrag nicht mehr angeben. Beim Schreiben Ihrer Rechnung sparen Sie viel Zeit und erleichtern sich die Arbeit um Einiges. Die meisten Unternehmen fürchten ebenso das selbständige Errechnen der Umsatzsteuervoranmeldung, welche jeden Monat an das Finanzamt geschickt und danach unaufgefordert überwiesen werden muss. All diese Aufgaben entfallen für Kleinunternehmer, weshalb es verlockend ist, diese Regelung zu beantragen.

WICHTIG: Leider heißt dies nicht, dass Sie keine Umsatzsteuererklärung mehr zu erstellen haben, denn das müssen auch Kleinunternehmer. Dem Finanzamt wird auf diesem Wege erklärt, dass Sie Kleinunternehmer sind und die Umsatzsteuerregelung bei Ihnen wegfällt.

Vorteile für Kleinunternehmen

Sie müssen sich keine Gedanken machen, wie hoch der Umsatzsteuersatz ist, damit Sie diesen in Ihren Rechnungen ausweisen können. Auch den Nettobetrag der Rechnung und der Umsatzsteuer können Sie getrost wegfallen lassen. Zahllasten pro Monat für das Finanzamt sind nicht mehr auszurichten, was als Vorteil angesehen werden kann. Am Ende muss ein Kleinunternehmer einzig und allein die Umsatzsteuererklärung abgeben, welche nur die steuerpflichtigen Jahresumsätze der zwei zuletzt folgenden Jahre ausweisen muss.

Verwaltungsaufgaben entfallen

Für Sie ist diese Regelung demnach eine Erleichterung aller Verwaltungsfachaufgaben und eine hohe Zeit- und Nervenersparnis, da Sie Brutto und Netto Preise nicht mehr ausweisen müssen. Beim Schreiben der Umsatzsteuererklärung müssen Sie dadurch nicht mehr als zwei Angaben eintragen.

Wettbewerb antreten

Durch das Nichtangeben der Umsatzsteuersätze, können Sie im Privatkundengeschäft durchaus den Kampf zu anderen Wettbewerbern aufnehmen. Denn Sie können Ihre Leistungen günstiger angeben als Unternehmen mit 19% Umsatzsteuerrechnungen.

Nachteile für Kleinunternehmen

Sie bekommen die Vorsteuer, die Sie selbst für Ausgaben in Ihrem Unternehmen zahlen, nicht mehr erstattet, denn diese Mehrwertsteuer für eigene Leistungen fällt weg.

Höhere Umsätze verzeichnen

Wenn Sie durch den besseren Wettbewerb und damit höhere Einnahmen auch höhere Umsätze im Jahr verzeichnen, müssen Sie die Regelbesteuerung sofort beim Finanzamt ummelden. Dies wird Ihre Kunden eventuell vertreiben, da nun auch Sie die Preise deutlich erhöhen müssen.

Keinen guten Eindruck wecken

Wenn Sie einen großen Kunden haben, welcher von Ihnen Dienstleistungen beziehen möchte, könnte es einen schlechten Eindruck erwecken, wenn Sie Rechnungen ohne Umsatzsteuer ausweisen. Große Kunden können damit nicht überzeugt werden, dass Sie bei Ihnen in guten Händen sind und suchen sich eher ein großes Unternehmen, welches hohe Umsätze verweisen kann.

Fazit

Am Ende lässt sich sagen, dass sich die Kleinunternehmerregelung nur für Unternehmer lohnt, die ein Unternehmen führen, welches wenige Umsätze verzeichnet und somit keine weitreichenden Verwaltungsaufgaben leisten möchte. Jedoch sollte jeder Selbständige und jeder Geschäftsführer selbst entscheiden, was ihm wichtiger ist und wie seine Kunden es einschätzen würden, wenn Ihr Dienstleister als Kleinunternehmen verzeichnet ist.

Gleichen die Einnahmen anderer Familienmitglieder die geringen Umsätze Ihres Kleinunternehmertums aus, kann sich diese Regelung lohnen. Müssen Sie damit jedoch eine ganze Familie und ein Haus unterhalten und sind mit Ihren Umsätzen an der Grenze der genannten Regelung, sollten Sie eher die allgemeine Regelung einnehmen und versuchen, Ihre Einnahmen zu steigern.

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