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Steuererklärung für Studenten von Venvie erklärt

Sollten Studenten eine Steuererklärung machen?

Vor 2 jahren 0

Berufseinsteiger befassen sich meist ganz automatisch mit dem Thema Steuererklärung. Welche Vorteile sie dadurch haben, haben wir im Beitrag „Tipps für die Steuererklärung von Berufseinsteigern“ näher erläutert. Bei Studenten sieht das häufig anders aus. Vorlesungen und Seminare besuchen, den Unterrichtsstoff vor- und nachbereiten, Referate halten, Hausarbeiten schreiben, in Arbeitsgruppen lernen und noch nebenbei arbeiten gehen – das ist jede Menge Arbeit. Da scheint eine Steuererklärung eine weitere Belastung zu sein. Doch es gibt einen triftigen Grund, eine Steuererklärung zu erstellen: Es lohnt sich finanziell. Warum das so ist und was Studenten unter welchen Voraussetzungen von der Steuer absetzen können – informieren Sie sich hier!

 

Steuererklärung für einen Studenten mit Einkommen

Grundsätzlich sind Studenten nicht verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Anderes gilt, wenn Sie selbstständig arbeiten und Ihre zu versteuernden Einnahmen den Grundfreibetrag von 8.820 Euro (Stand 2017) übersteigen. Dann müssen Sie eine Steuererklärung abgeben, da Sie möglicherweise Steuern nachzahlen müssen.

Gleiches gilt, wenn Sie Kapitaleinkünfte oder Mieteinnahmen haben, die höher sind als der Grundfreibetrag beziehungsweise der Steuerfreibetrag für Studenten. Sofern Sie in den Semesterferien oder als studentische Hilfskraft an der Universität arbeiten, sind Sie auch nicht verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Das sollten Sie jedoch tun, da Sie die gezahlten Steuern in voller Höhe zurückbekommen. Handelt es sich um einen Minijob, sind Sie von der Lohnsteuer befreit, sodass Sie diese durch eine Steuererklärung auch nicht zurückholen können.

Geben Sie Ihre Steuererklärung freiwillig ab, haben Sie vier Jahre für die Abgabe Zeit. Sind Sie hingegen pflichtveranlagt, müssen Sie Ihre Steuererklärung bis zum 31. Mai des Folgejahres abgeben. Bei Vorliegen eines wichtigen Grunds und einer entsprechenden Begründung können Sie eine Fristverlängerung bis zum 30. September des Folgejahres beantragen. Beauftragen Sie einen Steuerberater mit der Bearbeitung Ihrer Steuererklärung, verlängert sich die Frist bis zum 31. Dezember des Folgejahres.

 

Was können Studenten von der Steuer absetzen?

Dem Grunde nach können Sie als Student alles von der Steuer absetzen, was im Zusammenhang mit Ihrem Studium steht:

  • Semesterbeiträge oder auch Studiengebühren
  • Ausgaben und Aufwendungen, die einen Zusammenhang mit dem Studium aufweisen, zum Beispiel Fachliteratur, spezielle Lernsoftware, notwendige Sprachkurse, Kosten für ein Repetitorium
  • Schwieriger wird es, wenn Sie einen PC, ein Tablet, einen Monitor oder Drucker steuerlich geltend machen möchten. Hier geht das Finanzamt davon aus, dass Sie die Geräte auch privat nutzen.
  • Studienreisen und Exkursionen, die zwingend Teil der Ausbildung sind
  • Fahrtkosten zur Universität im Rahmen der Pendlerpauschale
  • Doppelte Haushaltsführung: Das ist dann interessant, wenn Sie regelmäßig zu Ihren Eltern fahren, dort Ihren Hauptwohnsitz haben und einen eigenen Wohnbereich nachweisen können.

 

Steuererklärung für einen Studenten ohne Einkommen

Regelmäßig erstattet das Finanzamt nur dann Steuern zurück, wenn auch Steuern gezahlt worden sind. Doch die meisten Studenten bleiben mit ihrem Jahreseinkommen steuerlich unter dem Grundfreibetrag von 8.820 Euro (Stand 2017). Doch es gibt eine Lösung, nämlich den Verlustvortrag. Das funktioniert so: Sie teilen dem Finanzamt alle Studienkosten in einer Steuererklärung mit, die darin als Verluste ausgewiesen sind. Sobald Sie das erste Mal Steuern zahlen, werden diese vorgetragenen Verluste steuerlich in Abzug gebracht.

Geltend machen können Sie den Verlustvortrag, wenn Sie ein Bachelor-Studium mit vorangegangener Berufsausbildung oder ein Master-Studium nach einem Bachelor-Studium absolvieren. Im Rahmen dieses Zweitstudiums können Sie ihre ausbildungsbedingten Ausgaben als Werbungskosten geltend machen, und nur dann ist ein Verlustvortrag möglich, während im Erststudium diese Ausgaben lediglich als Sonderausgaben ausgewiesen werden können, die einen Verlustvortrag ausschließen.

 

Mehr allgemeine Informationen zum Thema Steuererklärung erhalten Sie hier. Falls Sie noch Fragen zum Thema haben, können Sie uns gerne kontaktieren. Nutzen Sie außerdem unseren Kostenrechner, um aktiv Kosten bei der Steuerberatung zu sparen.

 

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