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Umzugskosten als Werbungskosten steuerlich geltend machen

Vor 1 monat 0

Wie man ganz allgemein Steuern sparen kann, haben wir in einem unserer früheren Beiträge erklärt. Auch ein Umzug ist mit Kosten verbunden. Diese fallen umso höher aus, je größer der Hausrat und je größer die Entfernung ist. Da ist der Gedanke verlockend, zumindest einen Teil der Umzugskosten steuerlich absetzen zu können. Unter welchen Voraussetzungen das möglich ist und welche Ausgaben vom Finanzamt anerkannt werden – lesen Sie mehr.

 

Einen berufsbedingten Umzug steuerlich absetzen

Umzugskosten können als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden, wenn es sich um einen berufsbedingten Umzug handelt. Zweifelsfrei berufsbedingt ist ein Umzug, wenn er durch einen Arbeitsplatzwechsel, bei Rückkehr aus dem Ausland, durch den Umzug des Unternehmens, aufgrund einer Versetzung an einen anderen Standort, die Notwendigkeit einer Zweitwohnung oder durch die Versetzung an einen anderen Ort bedingt ist.

Diese Bedingung setzt jedoch nicht zwingend einen Wechsel des Arbeitsplatzes oder einen Ortswechsel voraus. Beruflich bedingt ist ein Umzug auch dann, wenn sich der Arbeitsweg deutlich verkürzt. Eine deutliche Verkürzung ist jeweils eine halbe Stunde für die Hin- und Rückfahrt, wobei nicht die tatsächliche Entfernung, sondern die Zeitersparnis maßgeblich ist. Insoweit können die Kosten auch dann abgesetzt werden, wenn die Fahrt mit dem Auto zur Betriebsstätte durch öffentliche Verkehrsmittel ersetzt oder zu Fuß zurückgelegt werden kann. Die Umzugskosten können auch dann steuerlich in Abzug gebracht werden, wenn der Umzug vorwiegend dem betrieblichen Interesse des Arbeitgebers dient, zum Beispiel beim Einzug in eine oder dem Auszug aus einer Dienstwohnung bei einer Tätigkeit als Hausmeister.

 

Steuerlich absetzbare Umzugskosten im Überblick

In der Steuererklärung (zu dieser finden Sie hier mehr Informationen) können diese Kosten für den Umzug als Werbungskosten geltend gemacht werden:

  • Beförderungskosten. Sie umfassen den Transport des Umzugsgutes in das neue Domizil innerhalb Deutschlands. Bei Umzügen ins Ausland können lediglich die Beförderungskosten bis zur deutschen Grenze steuerlich geltend gemacht werden.
  • Zu den Reisekosten gehören auch die Fahrtkosten für Immobilienbesichtigung, die mit 30 Cent pro Kilometer erstattet werden.
  • Aufwendungen für die Miete. Doppelte Mietzahlungen von bis zu sechs Monaten können für die alte, noch nicht gekündigte Immobilie in der Steuererklärung angegeben werden, maximal drei Monatsmieten für die neue Immobilie, wenn sie noch nicht genutzt werden kann.
  • Wohnungsvermittlungsgebühren. Maklergebühren können für eine Mietimmobilie, nicht jedoch für Eigentum in Abzug gebracht werden.
  • Sonstige Kosten. Zu den sonstigen Kosten gehören die Kosten für einen Kochherd bis zu 230 Euro und für Öfen bis zu 164 Euro sowie die Reparatur von Transportschäden.

Werden Möbel zwischenzeitlich eingelagert und muss dafür Miete bezahlt werden, können bezüglich dieser Kosten keine Steuern gespart werden. Wird der Umzug mit privaten Helfern organisiert, können diese Kosten ebenfalls mit entsprechenden Nachweisen – im Idealfall anhand von Überweisungen – steuerlich in Abzug gebracht werden.

 

Umzugskosten: Pauschalbeträge

Umzugskosten können nicht immer in voller Höhe geltend gemacht werden. Einige Beträge können lediglich als Pauschalbetrag abgesetzt werden. Allerdings müssen diesbezüglich keine Einzelnachweise erbracht werden. Die Umzugskostenpauschalen werden regelmäßig, meist jährlich vom Bundesfinanzministerium erhöht. Zu diesen sonstigen Umzugskosten zählen unter anderem der Einbau der Küche, Schönheitsreparaturen in der alten Wohnung, Trinkgelder für die Umzugshelfer und das fachgerechte Anbringen von Lampen.

 

Der gute Tipp zum Schluss

Selbst wenn es sich um einen Umzug aus rein privaten Gründen handelt, können die Umzugskosten zumindest teilweise im Rahmen der haushaltsnahen Dienstleistungen steuerlich geltend gemacht werden. Möglich sind 20 Prozent der Ausgaben und maximal 4.000 Euro pro Jahr. Wird ein Umzug aus gesundheitlichen Gründen notwendig, zum Beispiel aufgrund einer Behinderung oder nach einem Unfall, können auch diese Kosten in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen aufgeführt werden unter der Voraussetzung, dass sie den zumutbaren Eigenanteil übersteigen. Als Nachweis ist ein ärztliches Attest erforderlich.

Wenn Sie noch Fragen zu diesem Thema haben, können Sie uns gerne kontaktieren. Nutzen Sie gerne auch unseren Kostenrechner für die Errechnung Ihrer Steuerersparnis.

 

Bildnachweis: fotolia.com Ⓒ drubig-photo #122046798

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