info@venvie.de +49 (030) 375 92 11-0

Wie geht es weiter mit der Rente?

Vor 3 jahren 0

Seit dem 1. Juli 2014 können Arbeitnehmer, die mindestens 45 Jahre Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse gezahlt und gesetzlich rentenversichert waren, ohne Abschläge bereits mit 63 Jahren in Rente gehen. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) haben bislang mehr als 400.000 Arbeitnehmer davon Gebrauch gemacht, abschlagsfrei in Rente zu gehen. Nun sollen Anreize geschaffen werden, länger zu arbeiten.

Die aktuelle Rentensituation

Bereits seit 2012 steigt das Rentenalter stufenweise von 65 auf 67 Jahre an. Die Rente mit 63 und die Altersteilzeit sind mögliche Optionen, nicht erst mit 67 Jahren in Rente zu gehen. Das gilt insbesondere für Arbeitnehmer in Berufszweigen, die mit schwerer körperlicher Arbeit einhergehen, für die ein Rentenbeginn mit 67 schlichtweg unrealistisch ist. Viele kämpfen mit gesundheitlichen Problemen und sind nicht mehr in der Lage, ihren Beruf bis zum 67. Lebensjahr auszuüben, da der Körper nicht mehr mitmacht. Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung e.V. (GfK-Institut), dem größten deutschen Marktforschungsinstitut mit Sitz in Nürnberg, favorisieren deshalb rund 26 Prozent der Arbeitnehmer einen vorzeitigen Rentenbeginn. Wer allerdings früher in Rente gehen möchte, muss Abschläge in Höhe von 0,3 Prozent pro Monat in Kauf nehmen.

Wer von der abschlagsfreien Rente ab 63 profitiert

Die abschlagsfreie Rente mit 63 wurde vom Bundestag am 23. Mai 2014 vor dem Hintergrund beschlossen, den Ruhestand flexibler zu gestalten. Vollkommen ohne Grund hat die seit 1. Juli 2014 geltende abschlagsfreie Rente die Gemüter erregt, denn sie ist nur in den seltensten Fällen umsetzbar. Die abschlagsfreie Rente mit 63 erhalten nur diejenigen, die mindestens 45 Jahre lang Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt haben. Das betrifft regelmäßig nur die Arbeitnehmer der Geburtsjahrgänge bis 1952, die seit ihrem 18. Geburtstag rentenversichert sind. Komplett vergessen können die abschlagsfreie Rente mit 63 vor allem Akademiker, bei denen die Zeiten von Schule und Studium nicht für die Rentenversicherung angerechnet werden. Für die Rentenversicherung angerechnet werden die Zeiten für die normale Berufstätigkeit, Kindererziehung, Wehrdienst, Zivildienst, Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit bei Bezug von Arbeitslosigkeit sowie für geringfügige Beschäftigung.

Unter diesem Aspekt ist die an der abschlagsfreien Rente mit 63 geäußerte Kritik des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) haltlos. Als Begründung wurde angeführt, dass die abschlagsfreie Rente mit 63 dazu führt, dass die Zahl älterer Facharbeiter ausgedünnt wird. Anders sieht das der Präsident der DRV, Axel Reimann, der die abschlagsfreie Rente mit 63 als Teilaspekt der für die Zukunft geplanten Flexi-Rente begrüßt.

Ein Rentenmodell mit Zukunft: Die Flexi-Rente

Mit der geplanten Flexi-Rente sollen neue Anreize geschaffen werden, auch im Rentenalter weiter zu arbeiten. So sollen Arbeitnehmer, die mit 63 aus dem Erwerbsleben ausscheiden und dadurch Abschläge in Kauf nehmen, von einem möglichen Zuverdienst mehr behalten dürfen. Außerdem soll es attraktiver werden, nach Erreichen des regulären Rentenalters zusätzlich zur Rente weiter zu arbeiten, zum Beispiel im Rahmen einer Teilzeitbeschäftigung. Die Umsetzung der Neuregelung der Grenzen für den Zuverdienst ist technisch sehr aufwändig, weshalb der Präsident der DRV eine zeitliche Staffelung der geplanten Reform fordert. Auch deshalb sei es kaum möglich, dass gesetzliche Neuerungen vor dem 1. Juli 2017 in Kraft treten. Angedacht ist auch eine Ergänzung der Renteninformation, die Versicherte der DRV regelmäßig erhalten. Darin sollen künftig Hinweise enthalten sein, wie sich die vorzeitige Inanspruchnahme der Rente auswirkt und wie sich das Hinausschieben des Rentenbeginns lohnen kann.

Schreibe einen Kommentar

Richtig sparen!
Ermitteln Sie Ihre detaillierte Kostenersparnis direkt online mit unserem Kostenrechner! Kostenlos, sicher und unverbindlich.

Archiv