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Wird das Bezahlen mit Karte bald günstiger?

Vor 3 jahren 0

Die Bargeldzahlung tritt im Gegenzug zur Bezahlung mit EC- oder Kreditkarte immer mehr in den Hintergrund. Doch mit jedem Griff zur Karte fallen Gebühren an, was dem Konsumenten größtenteils gar nicht bewusst ist. Nun hat das EU-Parlament mit Sitz in Straßburg ein Veto eingelegt, um künftig die europaweit durch Kartenzahlungen anfallenden Gebühren zu senken. Innerhalb von sechs Monaten soll diese Neuregelung in Kraft treten, nachdem der EU-Ministerrat diesen Plänen des EU-Parlaments zugestimmt hat. Dieser Vorgang gilt jedoch als reine Formalie.

Warum die Neuregelung notwendig ist

Von diesem Beschluss des EU-Parlaments werden vor allem Händler und in weitestem Sinne auch die Verbraucher profitieren. Denn viele Käufer wissen überhaupt nicht, dass für das Bezahlen mit EC- oder Kreditkarte Gebühren anfallen, die sich teilweise auf den Endpreis der Produkte auswirken. Das ist auch der Grund, weshalb manche Geschäfte keine Kartenzahlung anbieten beziehungsweise erst ab einem bestimmten Betrag akzeptieren. Ursache für diese Gebühren sind die sogenannten Interbankenentgelte, welche die Bank des Kunden der Bank des Einzelhändlers in Rechnung stellt. Ihre Höhe misst sich nach dem Gesamtwert der eingekauften Waren, die vom Zahlbetrag des Händlers abgezogen werden. Die Gebühren sind ebenfalls abhängig von der verwendeten Kreditkarte des jeweiligen Anbieters. Natürlich möchte kein Händler oder Dienstleister auf diesen Kosten sitzen bleiben und gibt diese in Form einer Preiserhöhung an seine Kunden weiter. Der Höhe des Preisaufschlags sind allerdings Grenzen gesetzt. So darf für Kreditkarten eine Gebühr maximal 0,3 Prozent des Zahlbetrags erhoben werden, während bei Debitkarten, zu denen auch EC-Karten gehören, die Obergrenze bei 0,2 Prozent liegt. Die insgesamt 28 EU-Staaten verlangen bisher unterschiedliche Gebührensätze, wobei Deutschland mit einem Limit von 1,8 Prozent zumindest bei Kreditkarten an der Spitze liegt.

Was bedeutet das Veto der EU für Händler und Verbraucher?

Aktuellen Berechnungen der EU-Kommission zufolge haben Europas Einzelhändler und Dienstleister einen erhöhten Kostenaufwand von zehn Milliarden Euro pro Jahr, wobei diese Summe durch das Veto um sechs Milliarden Euro sinken könnte. Anders sieht es für den Verbraucher aus, dessen Nutzen bezüglich der Neuregelung umstritten ist. Das EU-Parlament zeigt sich optimistisch und geht davon aus, dass Händler und Dienstleister die Einsparungen an die Verbraucher weitergeben. Allerdings könnte das Angebot von kostenfreien Kreditkarten seltener werden. Im Gespräch ist auch, dass Anbieter von Kreditkarten in Zukunft höhere Jahresgebühren für Kreditkarten verlangen oder das mit der Nutzung der Kreditkarte angebotene Leistungsportfolio einschränken könnten. Denn Kritik an der Neuregelung ist vor allem aus den Reihen der Kreditinstitute zu hören, laut der die Wirtschaftlichkeit von Kartenzahlungen infrage gestellt wird. Andererseits könnten Einzelhändler, die bislang die Möglichkeit der Kartenzahlung von einem Mindestbetrag abhängig gemacht oder bisher überhaupt nicht angeboten haben, diese Zahlweise dann anbieten und mit mehr Kundenfreundlichkeit punkten.

Von der Neuregelung betroffen sind vor allem die beiden Marktführer, die US-Unternehmen Visa und Mastercard, die einen gemeinsamen Marktanteil von 90 Prozent innehaben. Ausgenommen sind Firmenkarten, die ausschließlich für geschäftliche Zahlungen verwendet werden, sowie American Express und Diners Club, die ihre Kreditkarten selbst ausgeben, so dass es keine zwischengeschalteten Banken gibt.

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