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Zahnarztkosten von der Steuer absetzen - Tipps von Venvie

Zahnarztkosten von der Steuer absetzen – so funktioniert‘s

Vor 2 wochenn 0

Wir informieren auf unseren Blog regelmäßig darüber wie man effektiv Steuern sparen kann. Heute soll sich alles um Zahnarztkosten drehen. Seit dem 1. Januar 2005 gewähren gesetzliche Krankenkassen nur noch „befundbezogene Festzuschüsse“, während sie sich bis dahin prozentual an den Kosten für die individuelle zahnärztliche Versorgung beteiligt hatten. Nach der neuen Regelung erhält jeder Versicherte für den gleichen Befund den gleichen Betrag und zwar unabhängig von den tatsächlichen Kosten. Wer sich als Patient für kostspieligere Behandlungsmethoden entscheidet, muss tief in die eigene Tasche greifen. Doch es gibt Möglichkeiten, wie Sie Zahnarztkosten von der Steuer absetzen können.

 

Befundbezogene Festzuschüsse für die zahnmedizinische Versorgung

Wie hoch die befundbezogenen Festzuschüsse für die zahnmedizinische Versorgung sind, ist im Leistungskatalog für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) festgelegt. Die Entscheidung über die jeweilige Höhe trifft der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA). Das oberste Beschlussgremium, das sich aus Zahnärzten, Ärzten, Psychotherapeuten, Krankenhäusern und Krankenkassen zusammensetzt, entscheidet über die Höhe bestimmter medizinischer Versorgungsleistungen. Anhand der Erstattungsbeispiele für Zahnersatz wird deutlich, wie gering die Regelversorgung der GKV ausfällt:

 

  • Im Rahmen der Regelversorgung ist eine sogenannte NEM-Krone vorgesehen, die aus einer Nicht-Edelmetall-Legierung besteht. Die Gesamtkosten für eine Vollgusskrone aus edelmetallfreier Legierung belaufen sich auf 260 Euro, wovon die GKV 181 Euro übernimmt, sodass sich der Eigenanteil auf 79 Euro beläuft.
  • Bei einem Inlay aus einer Goldlegierung oder Keramik zahlt die GKV lediglich den für eine Füllung vorgesehen Betrag für eine Amalgam-Füllung. Von den Gesamtkosten in Höhe von 600 Euro trägt die Kasse lediglich 45 Euro, während der Eigenanteil 555 Euro beträgt.
  • Wer sich für ein Implantat mit vollständig verblendeter Metall-Keramik-Krone entscheidet, erhält einen Höchstbonus von 429 Euro von der GKV, während sich die Gesamtkosten auf 3.580 Euro belaufen. Denn die Regelversorgung sieht im nicht sichtbaren Seitenbereich des Kiefers lediglich eine verblendete Brücke vor, die aus einer Metalllegierung besteht. Es verbleibt ein Eigenanteil von 3.151 Euro.

 

Den Höchstbonus der GKV erhalten nur diejenigen, die regelmäßig zum Zahnarzt gehen und ein lückenlos geführtes Bonusheft nachweisen können. Wer keine Zahnzusatzversicherung hat, kann die Zahnarztkosten absetzen. Das gilt jedoch nur für den Eigenanteil und auch das nicht unbegrenzt. Während die Beiträge für die private Zahnzusatzversicherung in der Steuererklärung als Vorsorgeaufwendungen geltend gemacht werden können, kann der Eigenanteil als außerordentliche Belastungen in die Steuererklärung eingetragen werden. Mehr Informationen zur Steuerklärung finden Sie hier.

 

Zahnarztkosten absetzen: Aufwendungen für Implantate in voller Höhe absetzbar

Dass Aufwendungen für Implantate in voller Höhe absetzbar sind, hat das Finanzgericht Berlin -Brandenburg am 28. November 2007 – Az.: 2 K 5507/04 – entschieden. Als Begründung führte das Gericht an, dass Aufwendungen für Zahnimplantate Krankheitskosten sind, die in voller Höhe bei den außergewöhnlichen Belastungen geltend gemacht werden können. In dem zugrundeliegenden Sachverhalt wollte das Finanzamt nur den von der GKV übernommenen Teil anerkennen. Dieser Auffassung widersprach das Finanzgericht und entschied zugunsten des Patienten mit der Begründung, dass Implantate heute ebenso wie herausnehmbare Prothesen gängiger Standard sind und auch so in der zahnärztlichen Gebührenordnung behandelt werden.

 

Steuererklärung: Zahnarztkosten wo eintragen?

Grundsätzlich können private Ausgaben in der Einkommensteuererklärung nicht geltend gemacht werden. Eine Ausnahme sind die außergewöhnlichen Belastungen, die dann außergewöhnlich sind, wenn sie das übliche Maß übersteigen, sodass Sie mehr Geld als gewöhnlich zum Leben brauchen. Voraussetzung ist, dass diese Ausgaben zwangsläufig und den Umständen nach notwendig sein müssen und dass sie einen angemessenen Betrag nicht übersteigen. Insoweit zählen die Aufwendungen für zahnmedizinische Maßnahmen zu den Krankheitskosten, die der Hauptanwendungsfall für außergewöhnliche Belastungen sind, deren Rechtsgrundlage § 33a EStG (Einkommensteuergesetz) ist. Übrigens können Sie auch die Kosten für die professionelle Zahnreinigung als außergewöhnliche Belastung absetzen.

Falls Sie noch mehr Informationen benötigen, können Sie gerne Kontakt zu uns aufnehmen. Mithilfe unseres Kostenrechners erfahren Sie wie Sie Kosten sparen können.

 

Bildnachweis: fotolia.com Ⓒ Antonioguillem #158469570

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